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Wie viel darf es denn kosten?
E. Stoffels interpelliert Minister zu Stromtarifen

In Flandern erhält der Stromverbraucher vom Stromlieferanten 100 kWh/Jahr kostenlos, zzgl. 100 kWh/Jahr pro Person, die zum Haushalt gehört. So bekommt ein Haushalt mit 2 erwachsenen Personen und mit 2 Kindern Strom bis zu 500 kWh/Jahr gratis. Diese Praxis nahm der ostbelgische Regionalabgeordnete Stoffels zum Anlass, um Minister Nollet mit der wallonischen Tarifordnung für Strom anhand mehrerer parlamentarischen Fragen zu konfrontieren und dafür zu plädieren, dass der Stromtarif progressiv je nach Verbrauch gestaffelt werden solle : Überkonsum macht den Strom teurer, Stromsparen macht ihn billiger – so die Logik des Ökobonus/Ökomalus Vorschlags. Damit werde auch ein Anreiz geschaffen, Strom zu sparen und die EU-Zielvorgaben bis 2020 zu erreichen.

Gestaffelter Stromtarif

Der Minister schilderte die aktuelle Praxis : Die Rechnung setzt sich aus einem pauschalen Betrag und einem variablen Betrag zusammen. Daraus ergebe sich, dass der anfängliche Verbrauch eher teuer sei, indes der Überkonsum den Stromtarif billiger mache. Die Regierung habe daher die CWAPE beauftragt zu prüfen, ob die Einführung eines progressiven Stromtarifs machbar sei. Die sei sowohl sozial als auch ökologisch zu rechtfertigen. In der Fragestellung sind sich also der Minister und der Regionalabgeordnete einig. Die Schlussfolgerungen der CWAPE deuten auch in diese Richtung, ausgenommen diejenigen Haushalte, die mit Strom heizen, für die – laut C WAPE – spezifische Maßnahmen einzurichten wären, insbesondere wenn es sich um einkommensschwache Haushalte handelt.

Grüne Zertifikate verteuern den Strom

Wer den Strom selber herstellt, kann dafür grüne Zertifikate erhalten, wenn er auf umweltfreundliche Technik setzt. Die Stromanbieter müssen diese kaufen oder aber eine Strafe zahlen, wenn sie zu wenig davon erwerben. Diese wälzen die Kosten der gründen Zertifikate auf den Stromkunden ab, sodass proportional zu dessen Verbrauch rund 8.7 €/kWh in Rechnung gestellt werden – was jährlich dazu führt, dass einem durchschnittlichen Stromkunden 30 bis 40 € in Rechnung gestellt werden – außer denen, die ihren Strom selber erzeugen. Stoffels : „die Kosten der grünen Zertifikate des einen dürfen nicht die Stromrechnung des anderen belasten, wenn dieser zu wenig Geld hat, sich eine Photovoltaikanlage auf sein Dach zu montieren, aber investiert, indem er stromsparende Haushaltsgeräte anschafft und dadurch seinen Verbrauch unter den Durchschnitt drückt.“ Dies ist auch der Grund, weshalb der Minister die Verpflichtung der Stromanbieter, noch mehr grüne Zertifikate erwerben zu müssen, nicht über Gebühr anheizen will.

Tages- und Nachtzähler

Der Tarif ist bekanntlich unterschiedlich, je nachdem ob der Strom am Tag oder in der Nacht, bzw. am Wochenende gebraucht wird – vorausgesetzt, man verfügt über einen doppelten Zähler für Tages- und Nachtstrom. Laut Angaben verfügen gerade mal 13 % der durchschnittlichen Stromkunden (+/- 3.500 kWh/Jahr) über den Doppeltarif indes 40 % weiterhin nur über den Tagestarif verfügen. Erstaunlich, da ja gerade über diesen Weg erhebliche Kosten eingespart werden können. Vor diesem Hintergrund fragte E. Stoffels den Minister, ob bei den geschützten Stromkunden (6.3 % der Bevölkerung) nicht automatisch vom Stromverteiler ein solcher Doppelzähler angebracht werden sollte, damit diese Kunden vom Doppeltarif profitieren und nicht wegen Unwissenheit zu teuren Strom zahlen müssen. Auch wenn der Minister eingesteht, dass dies für den Kunden von Vorteil wäre, so verweist er auf die Kosten für die Stromverteiler (+/- 300 € pro Doppelzähler). „Ich hoffe nun, so Stoffels, dass dieser Vorschlag nicht in irgendwelchen Schubladen verschwindet, sondern ernsthaft untersucht wird.“

   
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